Tiger Math – Logo der Mathe-Lernspiele für KinderTiger Math App

App-Ratgeber7 Min. LesezeitVon Mohamed Ariff Abd Rahim

Mathe-Apps für Kinder mit Dyskalkulie: Was wirklich hilft

Dyskalkulie betrifft 5–6 % der Kinder. Was laut Forschung hilft und wo eine App wie TigerMath unterstützen kann – und wo ihre Grenzen liegen.

Mit KI-Unterstützung aus dem englischen Artikel übersetzt. Studientitel bleiben in der Originalsprache erhalten. Englisches Original

Dyskalkulie ist eine umschriebene Lernstörung, die das Rechnen betrifft. Sie ist häufiger, als viele Eltern vermuten: Studien schätzen ihren Anteil auf etwa 5–6 % der Kinder im Schulalter, ähnlich häufig wie Legasthenie oder ADHS. Wenn Ihr Kind eine Diagnose hat oder Sie eine Rechenstörung vermuten, lässt sich die Frage „Welche App soll ich herunterladen?“ nicht mit einer einzigen Empfehlung beantworten.

Was laut Forschung tatsächlich hilft

Eine klinische Übersichtsarbeit im Deutschen Ärzteblatt International aus dem Jahr 2019 ergab, dass symptomspezifisches Üben – individuell auf die konkreten Schwierigkeiten eines Kindes ausgerichtete Einheiten – deutlich bessere Ergebnisse erzielte als allgemeines, ungezieltes Mathe-Üben. Einheitliche Übungen für alle sind messbar weniger wirksam als Übungen, die genau dort ansetzen, wo ein bestimmtes Kind Schwierigkeiten hat.

Unabhängig davon zeigen etablierte Arbeiten von Ashcraft und Krause, dass Matheangst das Arbeitsgedächtnis unmittelbar beeinträchtigt – den geistigen Arbeitsbereich, den wir zum Lösen einer Aufgabe brauchen. Tests unter Zeit- und Leistungsdruck verschärfen das. Für ein Kind, dem Mathematik ohnehin schwerfällt, ist eine tickende Uhr keine Motivation; sie beansprucht die geistigen Ressourcen, die es zum Erfolg braucht.

Zusammengenommen sind zwei Dinge wichtiger als jede einzelne App-Funktion:

  • Gezielt statt allgemein üben: genau erkennen, welche Rechenaufgaben oder Fähigkeiten fehlen, und diese konkret üben.
  • Ohne Zeitdruck und mit wenig Leistungsdruck arbeiten, wenn Angst oder das Arbeitsgedächtnis eine Rolle spielen. Nicht jede Übung sollte gegen einen Countdown stattfinden.

Wo TigerMath helfen kann – und wo nicht

Um es klar zu sagen: TigerMath ist weder ein Diagnoseinstrument noch ein spezialisiertes Förderprogramm für Dyskalkulie. Es führt keine diagnostische Untersuchung durch und folgt keinem konkret-bildlich-abstrakten Förderansatz, wie ihn spezialisierte Angebote einsetzen. Was es tatsächlich bietet:

Tiger Math in 30 Sekunden: eine Additionsaufgabe, eine Formenfrage, einfache Subtraktion, die Übungsmodi und ein Fortschrittsbericht für Eltern.
  • Standardmäßig Übungen ohne Zeitlimit. Lückentext- und Auswahlaufgaben haben keine Uhr. Nur der vollständig freiwillige Herausforderungsmodus ist zeitlich begrenzt.
  • Hinweise und schrittweise Erklärungen zu jeder Aufgabe. So wird aus einer falschen Antwort ein nachvollziehbares Beispiel statt einer Sackgasse.
  • Einen Elternbericht, der die konkret falsch beantworteten Aufgaben nennt. Das ermöglicht gezieltes statt allgemeines Üben zu Hause – entsprechend dem Grundgedanken der Übersichtsarbeit von 2019.
  • Anpassbaren Schwierigkeitsgrad, der die Aufgaben für das Kind erreichbar hält, sowie keine Werbung und keinen Kaufdruck als zusätzliche Belastung.

Hat Ihr Kind eine gesicherte Diagnose, kann TigerMath den Förderplan einer Fachkraft durch entspanntes Üben zu Hause ergänzen. Es sollte diesen Plan nicht ersetzen. Für eine Diagnose oder ein strukturiertes Förderprogramm wenden Sie sich zuerst an eine schulpsychologische Fachkraft oder eine auf Dyskalkulie spezialisierte Person, nicht an eine App.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Haberstroh, S., & Schulte-Körne, G. (2019). “The Diagnosis and Treatment of Dyscalculia.” Deutsches Ärzteblatt International, 116(7), 107–114.
  2. Ashcraft, M. H., & Krause, J. A. (2007). “Working Memory, Math Performance, and Math Anxiety.” Psychonomic Bulletin & Review, 14, 243–248.